Kinder unserer Schule haben ein Straßen-Verzeichnis für Drolshagen gestartet: Sie beschreiben den Buscheid, unsere Schulstraße, und die Straßen, in denen sie wohnen. Wie sieht es in deiner Straße aus?
Letzter Schultag für Frau Borsch
Geschrieben von sab
Wednesday, 24. February 2010
Eigentlich war sie aus dem Leben der Gräfin-Sayn-Schule
nicht wegzudenken. 38 Jahre lang hat Elke Borsch hier unterrichtet, unzählige
Drolshagener Kinder beim Lernen begleitet und ihre Lebenswege auch über die
Grundschulzeit hinaus verfolgt. Doch mit Ende des 1. Schulhalbjahres wurde die
zuletzt dienstälteste Lehrerin an der Gräfin-Sayn-Schule in die passive Phase
der Altersteilzeit entlassen. Mit diesem Einschnitt endete eine Ära - für Elke
Borsch wie auch für die Gräfin-Sayn-Schule.
Dass es die gebürtige Siegenerin wieder ins Sauerland
verschlagen würde, war nicht unbedingt abzusehen. Ihr Studium führte sie
nämlich zunächst nach Bonn, das Referendariat absolvierte sie in Duisburg. Doch
da sowohl Stellen wie auch attraktive Wohnorte damals eher außerhalb des
Ruhrgebiets zu finden waren, kehrte Elke Borsch schließlich gemeinsam mit ihrem
Mann in die Nähe ihres Geburtsortes zurück. Drolshagen empfing sie mit
vielerlei Herausforderungen, unter anderem dem traditionellen Wandertag nach
Attendorn, den Elke Borsch gleich an einem ihrer ersten Arbeitstag begleiten
durfte - und das, obwohl sie weder die örtlichen Begebenheiten kannte noch die
Namen der Kinder, die sie zu betreuen hatte.
Aus turbulenten Anfangszeiten entwickelte sich aber
schließlich eine langjährige Arbeitsbeziehung, auf die Schulleitung wie auch
Kolleginnen am letzten aktiven Tag der künftigen Pensionärin mit viel
Anerkennung zurückblickten. So erinnerte Konrektorin Annette Böhmer an das
Engagement und Verantwortungsbewusstsein, mit dem Elke Borsch zur Entwicklung
der Schule beigetragen hat: Sie betreute den Sport- und Sicherheitsbereich,
bildete Lehramtsanwärterinnen aus und baute vor vielen Jahren unter schwierigen
Bedingungen den Vorläufer der heutigen Schülerbücherei auf. „Dabei war sie
immer ein wichtiger Ansprechpartner für Kinder, Eltern und Kolleginnen",
berichtete Böhmer.
Elke Borsch selbst blickte im Rahmen eines
gemütlichen Essens, zu dem sie das Gräfin-Sayn-Kollegium eingeladen hatte, mit
einem weinenden und mit einem lachenden Auge auf ihre Jahre im Schuldienst
zurück. Die Arbeit mit den Kindern und der Kontakt mit den Kolleginnen werden
ihr fehlen, bekannte sie in einer kleinen Abschiedsrede, nicht aber die bildungspolitischen
Rahmenbedingungen: „Ich habe festgestellt, dass mit zunehmendem Alter die
Bereitschaft nachlässt, jedem Wechsel der pädagogischen, didaktischen und
methodischen Glaubensbekenntnisse zuzustimmen."
Letzte Aktualisierung ( Thursday, 25. February 2010 )